Grenzen gib es nur im Kopf
 Sportklettern  Eva-Maria  27-12-2011 06:18  1  1329 gelesen

Grenzen gibt es nur im Kopf


Ich, Eva-Maria Proßegger gehöre auch schon seit einigen Jahren zum Betreuerteam der Naturfreunde Hochburg-Ach dazu und bin fleißig beim Sichern der Kinder im Einsatz. Die Arbeit mit den Kindern macht mir riesen Spaß, da sie keinen Unterschied machen zwischen einem Betreuer im Rollstuhl noch einem Betreuer auf zwei Beinen.


Wie sehr mich das Betreuerteam in den Verein eingliedert hat, hat sich am Freitag den 16.12.2011 gezeigt. In der Halle war sehr viel los, nicht nur sehr viele Kinder waren von den Naturfreundebetreuern zu betreuen, weitere Vereine waren in der Halle und ein gewaltiger Sturm fegte über die Dächer.
Als nur noch vereinzelnde Kinder darauf warteten abgeholt zu werden, hatten Gottfried G., Hans G. und Daniel B. die Zeit selbst die Wand rauf zu steigen. Dabei erwähnte ich neben Daniel, wie toll es doch wäre, einmal auf der Wand oben zu sein.

So könne ich selbst beurteilen, wie hoch sie sei und dass ich schon mal die „dünne“ Luft geschnuppert hätte.

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Darauf meinte Daniel: „Das ist ja leicht möglich, wenn du es willst können wir dich rauf ziehen.“ Ich antwortete darauf: „Sicher möchte ich einmal, aber ist ja zu kompliziert.“

So schnell konnte ich gar nicht schauen, hat mir Hans schon einen Brustgurt angezogen und währenddessen hat Daniel den Gottfried rauf gesichert. Gottfried hing sich oben ein, so dass Daniel und Hans die Hände frei hatten mich auf das gleiche Seil dazu zu hängen. Wenn Gottfried nun herunter kletterte wurde ich hinauf gezogen, jetzt war ich nicht nur einmal oben gewesen, sondern gar zweimal.

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Dieser Nachmittag bewies mir wieder, dass es ein paar Leute gibt, die mich schätzen indem was ich bin bzw. tu und nicht die Behinderung im Vordergrund steht.

So möchte ich Hans dafür danken, dass er mich als Betreuer der Naturfreunde aufgenommen hat und mein treuester Fahrer zur Kletterhalle ist. Der selbstverständliche Umgang von den Kindern kommt nicht von irgendwo, dank meiner Betreuerkollegen die mich als gleichwertig mit meinen Möglichkeiten sehen. Die Betreuer vermitteln mir das Gefühl, Gleichwertig zu sein und das mein Beitrag für die Gruppe wichtig ist, ist ihre wesentliche Unterstützung für mich.
Aber nicht zu vergessen sind die Kinder und deren Eltern, die mir ihr Vertrauen schenken und mich auch unterstützen die Kleinsten, nach meiner Anweisung, in das Seil hängen.

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