Kletterkurs Schärding/Hanzing
 Alpin/Bergsteigen  Gottfried  03-05-2010 15:00  0  1515 gelesen

Kletterkurs Schärding/Hanzing vom 01. bis 02. Mai 2010 

Am ersten Maiwochenende hatten wir wieder unseren Kletterkurs in Schärding in einem Steinbruch geplant.
Obwohl die Wetteraussichten alles andere als gut waren, machten wir uns kurz nach sieben Uhr morgens auf den Weg. Schon nach 3 Kilometern Fahrt bemerkten wir, dass wir ein Fahrzeug vergessen hatten. Bernhard wartete mit ein paar Kindern noch immer geduldig beim Ployer. Schnell jemand zurückgeschickt, schon waren wir komplett. Schon während der ganzen Fahrt nieselte es immer wieder, sodass wir bei der Ankunft im Steinbruch bei Schärding eine tropfnasse Kletterwand vorfanden. So entschlossen wir uns schweren Herzens, das Alternativprogramm zu starten und machten uns auf den Weg zur Kletterhalle nach Freinberg.

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Die tolle neue Kletterhalle in Freinberg entschädigte uns für das entgangene Klettern in der freien Natur. Die Kletterhalle ist wirklich geräumig, hat einen großen Boulderbereich und es sind unzählige Routen geschraubt. Man kann locker zwei Tage dort verbringen, ohne die gleiche Route zwei mal zu benutzen. Wir hatten somit genug Platz für allerlei Aktivitäten.
Schon eine gute halbe Stunde nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten, spitzte die Sonne durch die Wolken. So manch einer dachte sich dann: "Schau schau, die Sonne lacht (uns aus)". Aber was solls, im Großen und Ganzen war es so wahrscheinlich besser.

prusiken.jpgknoten_1.jpgSo machten wir uns daran, unser geplantes Schulungsprogramm durchzunehmen. An einem eigenen Standplatz konnten die Kinder das Prusiken (für Nichtkletterer: das Hochklettern an einem Seil mit Hilfe eines speziellen Knotens) üben. Hans packte all sein Wissen über Knoten aus und so konnte sich jeder mal an Mastwurf, Halbmast, Prusik, Ankerstich, Sackstich, Achterknoten und vielem mehr probieren. So manch einer hat dann wahrscheinlich schon einen Knoten im Gehirn bekommen. Hilft nichts, da muss jeder durch, Knotenkunde gehört nun mal zum Klettern.

fledermausstart.jpgAber es war nicht nur strenges Pauken angesagt, der Kletterspass kam nicht zu kurz. An den vielen Routen und im Boulderbereich konnte sich jeder nach Belieben austoben. Unsere Boulderprofis haben auch was Neues dazugelernt, den Fledermausstart, bei dem Kopfüber losgeklettert wird. Sieht verrückt aus, ist es auch, macht aber Spass. 
Zu Mittag gab es dann Spaghetti für die hungrige Meute. Danach ging es wieder in die Halle. Nach vier Uhr merkte man dann schon, dass die meisten Kinder ziemlich ausgepowert waren und sich immer mehr aufs Zuschauen verlegten. Deshalb packten wir dann auch unsere ganzen Sachen wieder zusammen und machten uns auf den Weg zur Unterkunft in Haibach, zur Hanzinger Hütte. Dort warten auch schon die Hanzinger Naturfreunde auf uns. Der Griller lief schon, die Koteletts brutzelten und die Kinder stürzten sich mit Appetit auf das Abendessen.
Und wer dachte, für heute reicht es, der irrte sich. Nach dem Abendessen ging es wieder raus und bei leichtem Nieseln wurde gekickt, als ob es um den Championsleage-Titel gehen würde.
Die meisten der kleinen Racker gaben bis zum Einbruch der Dunkelheit noch mal so richtig Gas. Das anspruchsvolle Tagesprogramm hatte dann auch die Folge, dass ein Großteil der Kinder gegen halb elf freiwillig in den Matrazenlagern verschwanden.
Nur die etwas Größeren blieben noch ein wenig sitzen, um ein Kartenspiel namens A... [vollständiger Wortlaut zensuriert] zu spielen. Gegen Mitternacht kehrte dann endgültig Ruhe im Naturfreundehaus ein.

Wie zu erwarten war, brauchten die Kinder am Morgen keinen Wecker. Um Sieben waren die meistens schon wieder auf den Beinen und bereiteten sich mit ein paar Marmeladebroten und Kakao auf den kommenden Klettertag vor. Alle packten ihre sieben Zwetschken zusammen und, da es wieder mal regnete, machten wir uns erneut auf den Weg in die nahegelegene Kletterhalle Freinberg. Dort wurden dann die Schwerkraft wieder voller Eifer bezwungen.
muede.jpgZu Mittag heizten wir dann den mitgebrachten Grill an und es gab kiloweise Nürnberger Bratwürstchen. Bei strahlendem Sonnenschein stärkten sich alle, um dann zum Finale noch mal fit zu sein. Wie sich aber nach der Mittagspause schnell herausstellte, war es mit Motivation bei den meisten auch nicht mehr weit her, was mich bei dem absolvierten Programm aber auch nicht wunderte. So hatte auch niemand etwas dagegen, als wir gegen drei Uhr unsere Kletterausrüstung wieder einpackten und uns auf den Weg Richtung Heimat machten.

Alles in Allem hofft das Betreuerteam, dass es allen gefallen hat und das wir nächstes Jahr auch wieder so viele Teilnehmer begrüßen können, dann vielleicht im Freien.

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