![]() | Freitag nachmittag: |
| Ein moderner, aber zweckmäßig und optisch ansprechender Neubau ist unser Quartier für die nächsten Stunden. Die Bewirtung ist vorbildich, eine reizvolle Bedienung serviert uns köstliche Gerichte zu einem vernünftigen Preis. Was für eine Nacht – ein Besuch auf der Terasse vorm Bettgehen - auf dieser Höhe um 22.00 Uhr angesagt – läßt uns die ganze Bandbreite unseres nördlichen Sternenhimmels erahnen. Die Milchstraße, in unseren Breiten optisch kaum auszumachen, steht als gigantischen Sternenband über unseren staunenden Köpfen – einfach fantastisch und zum Nachdenken anregend. Wir versinken in unseren Lagern, zugedeckt mit Bettwäsche der neuesten Generation. Samstag: Der größte Vorteil der Übernachtung auf einer Hütte ist es, frühmorgens schon ab einer gewissen Höhe weiter aufzusteigen zu können. So kommen wir noch in der morgendlichen Kühle bis zum Einstieg des “Südwandband-Klettersteiges”. Beim Anlegen des Klettersteigsets bläst zudem eine frische Brise – wir beeilen uns, die Wand zu erklimmen. Der Durchstieg dieses Klettersteigs macht uns keine Schwierigkeiten, zudem wir geübt sind und Vroni, unser “Einsteiger im Klettersteig” sich als äußerst handsame Begleiterin erweist. Glücklich und zufrieden über die Leistung erreichen wir den Gipfel des Großen Buchsteins auf 2224 m Seehöhe. Nach einer wohlverdienten Ruhepause wählen wir für den Rückweg den Normalanstieg, ein nicht zu unterschätzendes Wegstück – sicher kein Wanderweg sondern eher eine Tour für geübte Bergwanderer. Am frühen Nachmittag strecken wir bei hochsommerlichen Termperaturen auf der Sonnenterasse des Buchsteinhauses alle viere von uns, genießen nochmals das Panorama, bevor wir den Abstieg über die Aufstiegsroute antreten. Runter geht´s bekanntlich schneller als rauf, ins Schwitzen geraten wir allemal genauso – glücklich sind wir über die Möglichkeit einer kalten Abfrischung in der nahegelegenen Enns. Wir nehmen Kurs auf Admont, wo ein kleiner aber feiner Biergarten im Halbschatten unsere Gelüste auf Erfrischendes zu stillen vermag. Weiter geht es Richtung Süden zum westlichsten Ausläufer der Gesäuseberge, zu unserem nächsten Ziel – der Oberst-Klinke-Hütte auf knapp 1500 m Seehöhe, bequem mit dem PKW über eine preiswerte Mautstraße zu erreichen. Das Nachtquartier, hier noch eins aus der “guten alten Zeit” mit schweren Decken und einem klitzekleinen Kopfkissen, ist reserviert, so können wir uns voll und ganz ins “Nachtleben auf der Hütte” stürzen – wohlgemerkt wieder nur bis zur obligatorischen Sperrstunde für Bergsteiger.
Heute geht´s nochmal zur Sache – nach Auskunft des Hüttenwirts ist seit gestern die Möglichkeit einer “interessanten Runde” gewährleistet. Freiwillige Helfer haben am Vortag die von der Witterung in Mitleidenschaft gezogenen Wegstücke gesichert und begehbar gemacht – ein großes Lob an die Bereitschaft zur mühevollen Arbeit in den Bergen. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht´s bergwärts – knapp zwei Stunden und wir sind nach einem steilen, aber umso aussichtsreicheren Weg auf dem Gipfel des “Admonter Kalblings”, 2196 m hoch. In greifbarer Nähe liegt unser nächstes Ziel – der Gipfel des “Sparafeldes”, mit 2247 m die höchste Erhebung unserer heutigen Tour. Einem Abstecher gleich erweist sich diese Besteigung – weiter führt uns ein bequemer Weg Richtung Westen auf die 2106 m hohe “Riffel”, einem Gipfel mit einem sehr bescheidenen Gipfelkreuz. Nunmehr geht´s ans eingemachte – der Abstieg und die folgende Überschreitung ist eher hochalpin, seilversichert und mit äußerster Vorsicht zu begehen. Die Steilheit des Geländes und Brüchigkeit der Felsformationen verlangt volle Konzentration – trotzdem können wir bei einer wohlverdienten Mittagspause die umliegende Bergwelt intensiv genießen. Als letzte Erhöhung erreichen wir den “Kreuzkogel”, 2011 m hoch und mit dem eindruckvollsten Gipfelkreuz unserer gesamten 2-Tagetour gekrönt. Weit schweift der Blick über das Ennstal von West nach Ost, hinaus zum Grimming und rüber zu unserem gestrigen Berg, dem Buchstein in den Ennstaler Alpen. Der Abstieg über einen südseitigen, steilen Wiesenhang zur Scheiblegger Hochalm und weiter über einen “Jagasteig”, teilweise steiler als alles vorherige, zudem durch Latschengewirr, verlangt nochmals all unsere Aufmerksamkeit und Trittsicherheit.
Für den Ausklang unseres Bergwochenendes wählen wir den Schatten eines Biergartens bei einem urgemütlichen Bauerngasthof in Heimatnähe, wo wir das Erlebte, aber auch lang zurückliegende Traumtouren nochmals Revue passieren lassen.
Hans, Franz, Karl mit Vroni und Kurt |
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