Hochtour in den Ötztaler Alpen
 Alpin/Bergsteigen  Manfred  21-07-2010 15:11  0  1536 gelesen

2 Auf einen Streich Hochvernagtspitze 3535 m und Fluchtkogel 3497m

Sonntag, kühl – wolkenverhangen und teilweise regnerisch, ideales Anreisewetter da wir wussten die Tage darauf werden wieder heiß bis 35 C. Da es uns so im Auto gefallen hatte nahmen wir eine Abkürzung über den Brenner, Jaufenpaß und Timmelsjoch die uns 1 h 30 gekostet hat und 23,1 € extra an Maut. Die Landschaft war wunderschön aber die nicht enden wollenden Kurven machten unseren Magen zu schaffen und mussten einen Raststopp am Timmelsjoch machen. Das gute Schnitzel mit Pommes dort lies uns aber über die Strapatzen hinwegsehen. Endlich in Rofen angekommen hängten wir unsere Rucksäcke um die dieses mal mit 10 Kilo angenehm leicht waren. Zuletzt der Rucksack für die Rötspitze hatte 19,5 Kilo was mit Grund war zum scheitern der Tour. Durch das schöne Ventertal ging es dann auf die Vernagthütte die wir nach 3 h erreicht hatten.  Vernagth__tte_angepa__t.jpg
 Blick_auf_die_Hochvernagtspitze.JPG  Oben angekommen fragten wir den Hüttenwirt, der zugleich Bergführer ist für die Region, nach Details der Tour da niemand sonst uns bessere Tipps geben kann. Ursprünglich war geplant die Gipfel an getrennten Tagen zu erklimmen doch machbar auch an einem Tag wenn wir den Fluchtkogel überschreiten. Somit war meine Feierabendhalbe gestrichen da ich nur 1 Liter Wasser im Rucksack hatte um Gewicht zu sparen. Selbst mit diesem Liter bin ich dann nicht ausgekommen und ich musste, da der größte Teil der Tour am Gletscher war, Wasser direkt vom Gletscher entnehmen und dies schmeckt wirklich fürchterlich nach Stein. Ich kann echt nicht verstehen was Kleinkinder an Sand so mögen. Aber zurück zur Hütte von der ich echt begeistert war da diese nicht touristisch angehaucht ist und das Essen wirklich mit Liebe zubereitet wird. Tollstes Feature war wohl das verdunkelbare Fenster was uns aber nicht aufhalten konnte um 4:30 aufzustehen und uns auf den Weg zu machen. Nach einer Stunde gings auf den Gletscher und wir zogen die Steigeisen an und bildeten eine Seilschaft um uns vor verborgenen Spalten zu schützen. Mein Tourenkollege stolperte auch auf den Weg hinunter vom oberen Guslarjoch in eine Spalte. Die Tour rauf auf die Hochvernagtspitze war mit 25 Grad am Firn und Eis nicht besonders herausfordernd.
 Spannend war der letzte Grad da es auf der linken Seite laut Karte 200 m runterging, somit hielten wir uns am eher Grad rechterhand. Der letzte Aufschwung zum Gipfel mit einer 2er Passage war schnell geschafft und wir standen um 8:43 am Gipfel der Hochvernagtspitze. Die 3535 Höhe gab uns weite, herrliche Blicke über die Alpen. Nach einer kleinen Jause, endlich mal keine Müsliriegel die ich die nächsten 2 Wochen nicht mehr sehen kann, stiegen wir ab auf 3150 M in das Gepatschjoch. Von weiter Entfernung sah der Fels- und Firngrat, der teilweise doch ausgesetzt verlaufen ist, auf den Fluchtkogel sehr einschüchternd aus was sich aber dann direkt am Grat legte. Technisch gesehen war der Grat anspruchsvoller da er gespickt war mit 2er Stellen und viele Stellen eher an einen Schotterhaufen erinnerten und wir diesen dann gesamt am kurzen Seil gingen. Den Gipfel erreichten wir um 12:15 und wir sahen von oben das Brandenburger Haus das auf 3200 m direkt über einem Gletscher am Felsen gebaut wurde und nur über Gletscher zu erreichen ist.  Grat_und_Firngrat_auf_den_Fluchtkogel.JPG
 Gletscherspalten.JPG  Der Weg runter war dann schon etwas anspruchsvoller da der Gletscher hier bis zu 30 Grad im Firn und Eis hatte. Runter übers obere Guslarjoch wo dann Firnbrücken, offene und verborgene Gletscherspalten denn Weg gesäumt haben. Aber um 14:30 waren wir wieder heil an der Vernagthütte angelangt. Meinem Hochtourenkollege sind leider wegen seiner Schuhe dann riesige Blasen an der Ferse gewachsen und er konnte den Abstieg ins Tal nicht mehr so genießen aber das wird uns nicht aufhalten weitere Touren anzupacken. Nachdem diese Tour traumhaft war wird diese in den nächsten Jahren auch auf dem offiziellen Programm der Naturfreunde Hochburg-Ach zu finden sein und ich freue mich schon darauf. Zuletzt Bilder der Tour sind in der Bildergalerie unter Hochtouren zu finden.
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