Eine Wiederholung unserer Radtour aus dem Jahr 2000 entlang dem Tauern- und Donauradweg sollte es nicht werden – höchstens eine Neuauflage, was uns über Berg und Tal quer durch Ostösterreich auch prima gelungen ist.
Samstag, 28. Mai – elf Radler machen sich ab Mittag – ein leichter Dauerregen verzögert den geplanten Aufbruch am Morgen - auf den Weg Richtung Wien.
| Start ist in Mettmach um 15.00 Nachmittag bei wolkenverhangenem Himmel – die erste Etappe bringt uns nach Eberschwang - hier treffen wir uns mit Freunden aus der Gegend um Ried. Nach einer kurzen Pause geht es bei leichtem Nieselregen über den „Tanzboden“ im Hausruck Richtung Schwanenstadt, wo wir in Kaufing bei mittlerweile Sonnenschein in einem gemütlichen Landgasthaus unseren Radtag nach ungefähr 50 km ausklingen lassen. |
| Sonntag, 29. Mai – ein wolkenloser Himmel begleitet uns den ganzen Tag über auf unserer Route am Traunradweg entlang der Ager und der Traun bis Wels, wo wir nach Süden auf den Voralpenweg wechseln und über Kremsmünster (Mittagspause und kurzer Besuch der Klosteranlage) und Bad Hall auf den Steyrtalweg treffen, der uns in weiterer Folge über Berg und Tal nach Steyr führt. Nach einer ausgiebigen Rast am Stadtplatz geht es weiter entlang der Ober- bzw. Niederösterreichischen Grenze hinauf nach Maria Neustift und wieder hinunter zu unserem Quartier am Ferienhof „Pfaffenlehen“. Hier können wir uns nach dieser doch schweren Etappe und etwas über 100 km Fahrstrecke bei urgemütlicher Gastfreundschaft der Familie Buchschachner redlich erholen. | |
Montag, 30. Mai – das Wetter meint es gut mit uns, bei strahlendem Sonnenschein und noch angenehmen Morgentemperaturen erklimmen wir den „Neustifter Sattel“, um nach einer rasanten Abfahrt in Waidhofen den Ybbstalradweg in Richtung Süden einzuschlagen. Diesen fahren wir entlang nach Ybbsitz (kurze Rast) und weiter durch das kleine Ybbstal Richtung Kienberg bei Gaming. Hier geht’s entlang der Erlauf gemütlich weiter nach Scheibbs zur wohlverdienten Mittagsrast.
Am frühen Nachmittag müssen wir bei hochstehender Sonne den kurzen, jedoch sehr steilen Anstieg am Fusse der Ruine Blasenstein überwinden – mit vereinten Kräften geht es weiter Richtung Osten über St. Georgen an der Leys, Texing und die „Wetterlucke“ nach Rabenstein an der Pielach. Am „Karhof“ der Familie Egger erfahren wir nach wiederum knapp 100 zurückgelegten Radkilometern abermals die Herzlichkeit beim „Urlaub am Bauernhof“.
Dienstag, 31. Mai – noch so ein schöner Morgen, wir radeln ein Stück entlang der Pielach und queren nach Osten über das Schindeleck nach Wilhelmsburg südlich St. Pölten, wo wir dem Traisental flussaufwärts folgen und östlich ins Gölsental abzweigen, das uns über St. Veit (Kaffeepause) nach Hainfeld führt. Hier folgen wir dem Gölsentalradweg stetig ansteigend in die Ramsau, zweigen scharf links ab (zwei haben dies übersehen und machen eine ordentliche Sondereinlage) und erklimmen nach gehöriger Anstrengung eine Höhe von etwas über 700 m Meereshöhe. Am Fuße der Araburg geht es rasant hinab ins Triestingtal und dem gleichnamigen Radweg entlang nach Weissenbach (verspätete Mittagsrast) bis Berndorf, wo wir uns im „Bärenschlößl“ einquartiert haben. Wir verabschieden zwei Radspezl´n nach Hause und beschließen den heutigen Tag in einem „aufregenden“ Gastgarten an einer vielbefahrenen Straßenkreuzung nach knapp 80 km Tagesetappe, die letzte mit „grimmigen Bergetappen“ aber auch „genussvollen Abfahrten“.
Mittwoch, 01. Juni – heute morgen beim Frühstück ist bedeckter, wolkenverhangener Himmel, dies tut der Stimmung, Gott sei dank, keinen Abbruch und so machen wir uns nach einer kurzen Stadtrundfahrt auf Richtung Osten und treffen hinter Leobersdorf auf den Thermenradweg, der uns nach Norden führt. In Bad Vöslau, mittlerweile hat die Sonne wieder die Oberhand gewonnen, werden wir von Erwin Drexler und Erich Slais erwartet, Wiener Naturfreunde, die sich angeboten haben, mit uns Wien und seine nächste Umgebung mit dem Rad zu erkunden. Wir radeln entlang dem Wiener-Neustädter Kanal, machen Rast mit Weinkellerbesichtigung in einem eindrucksvollen Heurige n und besichtigen eine gepflegte Gärtnerei,die auf den Vertrieb von winterharten Palmen und artverwandten Gewächsen spezialisiert ist. Nach einer Rast am „Highway“Nähe Vösendorf „betreten“ wir Wiener Stadtgebiet und durchqueren die Stadt von Süd nach Nord zu unserem Ziel, dem Jugendgästehaus Wien-Brigittenau an der Floridsdorfer Brücke.
Abends treffen wir uns mit Erwin, um mit der „Öffis“ - Bus und Straßenbahn - auf den Kahlenberg zu fahren. Mit eindrucksvollen Bildern der nächtlichen Stadt Wien und dem anschließenden Besuch eines traditionellen Heurigen in Grinzing geht unser Tag nach ca. 70 km Radfahrstrecke zu Ende.
Donnerstag, 02. Juni = Christi Himmelfahrt – heute hat sich die Sonne eine „Auszeit“ genommen. Zusammen mit Hermann, der gestern abend zu uns gestossen ist, erkunden wir mit Erwin und Uli, einer profunden Wienkennerin bekannte, aber auch weniger „wichtige“ Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt – der Feiertag hat den Vorteil eines geringeren Verkehrsaufkommens und so können wir die geplante Route „in Wien“ durchaus bewältigen und den interessanten Erklärungen unserer beiden „Guide´s“ folgen.
Am Spätnachmittag, die Sonne hat die Wolken aufgelöst, beenden wir unsere „sightseeing-tour“ und verabschieden unsere beiden Begleiter. Vom Quartier aus fahren wir mit der S- bzw. U-Bahn zum öffentlichen Konzert der Wiener Philharmoniker, welches vor Schloss Schönbrunn aufgeführt wird. Ein beeindruckendes Erlebnis in grandioser Kulisse.
Freitag, 03. Juni – Sonnenschein bei wolkenlosem Himmel läßt uns die Tour „um Wien herum“ in Begleitung von Erich und zwei „Neuen“, Grete und Hans, erwartungsvoll beginnen, steht doch eine Besichtigung des Einlaufbauwerks an der „Neuen Donau“ am Programm. Weiter geht die Fahrt erst entlang dem Marchfeldkanal bevor wir in Stammersdorf Richtung Norden auf den Eisenbahn-Nostalgie-Radweg „Dampfross & Drahtesel“ wechseln. Diese alte, größtenteils ebene Eisenbahntrasse führt uns vorbei an Windkraftanlagen über Großebersdorf - hier verweilen wir zu Mittag in einem schattigen Gastgarten - bis nach Pillichsdorf. Weiter Richtung Südosten gelangen wir über Strasshof bis nach Rasdorf, wo ein kurzer, aber heftiger Gewitterschauer unserer Radtour eine kleine Unterbrechung beschert. Frisch gestärkt legen wir die letzten Kilometer in zwei Gruppen zurück – die „Mutigen“ per Fahrrad wie zuvor, die „auf Nummer Sicher“ gehenden zuerst per Bahn und die letzten Meter der Donau entlang – ein fast zeitgleiches Eintreffen im Quartier ist rein zufällig und doch erstaunlich. Der abendliche „Ausritt“ per Straßenbahn führt uns von der Endstation in Stammersdorf in einen „einheimischen“ Heurigen, wo wir die Ereignisse der letzten Tage Revue passieren lassen. Das „Betthupferl“ in Form eines kühlen Getränkes genehmigen wir uns in einem nahegelegenen Wettbüro – solch eine Möglichkeit haben wir schließlich zuhause nicht.
Samstag, 04. Juni – Wetter wie gestern früh - wir radeln unter der Führung von Erich am Donaukanal entlang zum Stephansdom, wo wir über die 337 Stufen die Turmstube erklimmen, um Wien „auf´s Dach zu schauen“. Weiter über die Sehenswürdigkeiten um Friedensreich Hundertwasser geht es ins Alberner Hafengelände, wo wir nach der Rast in einem „Insiderlokal“ den „Friedhof der Namenlosen“ aufsuchen und anschließend den riesigen Zentralfriedhof mit seinen Kuriositäten durchqueren. Den Rückweg wählen wir über die Donauinsel, ein gepflegtes Naherholungsgebiet des gestressten Wieners, und bekannt für seine „rauchende Meile“, der Treffpunkt all jener ohne eigenes Gartengrundstück.
Wir besuchen die Kaisermühlner Naturfreunde, die ein Strandhaus an einem idyllischen Platzerl der Alten Donau gegenüber dem traditionsträchtigen Badestrand des „Gänsehäufels“ betreiben. Nach einem ausgiebigen „Plauscherl“ zwischen Gleichgesinnten und einer ordentlichen Bewirtung geht’s über die Reichsbrücke zurück nach Hause. Der für den Abend geplante Besuch des Wiener Praters muss aufgrund eines hereinbrechenden Unwetters aufgeschoben werden – wir verbringen die Unbilden des Hagelschauers in einer Straßenbahngarnitur der ersten Generation - die Hagelschlossen erzeugen einen ohrenbetäubenden Lärm und die extremen Temperaturunterschiede lassen die Einfachverglasung der Wagons milchglasählich beschlagen – eine Sicht nach draußen bzw. Aussteigen ist unmöglich. Während des Abendessens beruhigt sich die Wetterlage und wir besuchen zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Wien noch den nächtlichen Prater, wo sich der eine oder die andere noch von den „rasanten Angeboten“ der Fahrgeschäfte verführen lässt.
Sonntag, 05. Juni – der Tag der Heimreise – wieder ein strahlend schöner Morgen. Unser konditionsstärkster, gleichzeitig auch ältester Teilnehmer wählt den Landweg entlang der Donau für seine Heimreise – wir wünschen ihm viel Glück und beständiges Schönwetter. Erich lässt es sich nicht nehmen und begleitet den Rest der Wienfahrer auch noch zum Westbahnhof. Wir nehmen Abschied von der „Wienerstadt“, bedanken uns für seine Hilfsbereitschaft und begeben uns in die Obhut der ÖBB, die uns erst im Eilzugtempo und anschließend mit gemütlichen Regionalzügen zurück in UNSER Innviertel befördert. Leicht bepackt, das schwere Gepäck während der Fahrt nach Wien und die Klamotten für Wien nehmen uns die Autofahrer mit nach Hause, geht´s nach einer gemeinsamen Einkehr in einem schattigen Gastgarten in Haselbach an die letzten Kilometer.
Unsere Radtour war ein ereignisreiches, aber auch anstrengendes Erlebnis – nicht zuletzt aufgrund der „Teamfähigkeit“ jedes einzelnen Teilnehmers konnte das Vorhaben erfolgreich durchgeführt werden.
Ich danke allen „Mitwirkenden“ für das Vertrauen und die Bereitschaft, gemeinsam an einem Strang zu ziehen – nur so können solche Aktivitäten zum Erfolg führen.
Berg frei
Kurt
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