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Wir sind 29 motivierte Radler, ungefähr ein Drittel mit dem E-Bike unterwegs, die bereits Freitag früh, einen Tag vor der Einschiffung aufbrechen, um eine gemütliche Anreise zu erleben. Beim Mittagsstop abseits der Autobahn in St. Jakob im Rosental treffen wir unsere Radfreunde aus Schneegattern. Rijeka, unser Reiseziel, erreichen wir zeitgerecht - wir nächtigen im “Botel Marina”, einem fest vertäuten Schiff im Hafen an der historischen Altstadt - eine nicht alltägliche Unterkunft mit Seemannstradition.
Wir nützen den freien Samstagvormittag zu einem spontanen Stadtrundgang mit gemütlicher Einkehr. Nachdem die vier Fahrzeuge samt Radanhänger ihren “Parkplatz” hoch oben im Hinterland gefunden haben, stechen wir mit unserem Charterschiff “Kazimir” Samstag mittag in See mit Kurs auf die Insel Cres, wo wir noch unsere erste Radtour, zugleich auch die “bergigste” der gesamten Woche, mit Erfolg durchführen. “Einigermaßen geschafft” lassen wir uns vom Bordpersonal mit einem Fischgericht verwöhnen, bevor wir bei einem abendlichen Rundgang durch Cres den Tag ausklingen lassen.
Am Sonntag nehmen wir unsere längste Etappe in Angriff – wir radeln von Martiscica nach Osor. Nach einer gemütlichen Einkehr am Dorfplatz fahren wir über die Drehbrücke auf die Insel Losinj zu unserem Schiff, das in Mali Losinj vor Anker liegt. Nach dem gemeinsamen Mittagessen an Bord radeln wir entlang der Küste, wobei sich die eine oder andere Gruppe auch zu einem Sprung ins angenehm warme Meer verleiten läßt. Am Abend genießen wir die Köstlichkeiten der kroatischen Küche in einem der zahlreichen gemütlichen Lokale in Hafennähe. 


Leider haben wir diesmal mit dem Wetter ein wenig Pech – die ersten und letzten Tage verwöhnt uns die Sonne mit angenehmen Temperaturen – zwischendrin müssen wir mit Wind und gelegentlichen Regenschauern bei teilweise bedecktem Himmel leben.
Der Wochenbeginn beschert uns frühmorgens ein Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen, den wir glücklicherweise von Bord aus erleben dürfen – statt der Radtour wandern wir halt zu Fuß durch den malerischen Ort. Der Radtour nach Veli Losinj am Nachmittag und der Besichtigung eines romantischen Kräutergartens steht nichts im Wege. Die anschließende Überfahrt zur Insel Ilovik erleben wir bei stürmischem Seegang – nicht jedermanns Sache, wie sich herausstellt. Glücklicherweise ist dies das einzige Mal bei unseren Schiffpassagen. Ilovik, eine kleine Insel ohne Autoverkehr, nehmen wir wetterbedingt als Zwischenstop und Nachtquartier. 


Tagsdrauf schippern wir an der Insel Pag vorbei direkt in den Hafen von Rab (laut Kapitän sind die Molen auf Pag zur Zeit wegen Umbauarbeiten bei Seegang zum Anlanden zu unsicher). Nehmen wir zur Kenntnis – das Kartenstudium an Bord kommt zum gleichen Ergebnis. Der Radausflug nachmittas führt uns zum Fährhafen im Inselsüden, am Rückweg geniessen wir die Route entlang der Strandpromenade. Vorm Abendessen dürfen wir eine Stadtführung der anderen Art erleben, eine sympathische Insulanerin bringt uns “Ihr Rab” ungemein emotional näher.


Mittwoch vormittag fahren wir erst am Meer entlang und anschließend durch ein Naturschutzgebiet zur “Liebesbucht”, wo wir eine ausgiebige Pause mit traumhafter Aussicht genießen. Nach einem heftigen Regenguß, den wir trockenen Fußes beim Mittagessen auf unserem Schiff erleben, radeln wir nach Lopar an der Nordspitze von Rab, wo sich der einzige natürliche Sandstrand der Insel findet. Flugs werden die Räder verladen - wetterbedingt wird nicht Baska sondern der Hauptort Krk auf der gleichnamigen Insel angefahren. Während wir die ersten Schritte in die Altstadt wagen, wird an Bord ein “Kapitänsdinner” vorbereitet – dem ausgiebigen Schlemmen folgt ein feuchtfröhlicher Abend mit Musik und Tanz. 


Zeitig fahren wir, großteils bergauf, Richtung Osten nach Vrbnik mit der angeblich engsten Gasse – ganz knapp entgehen wir einer Regenfront, die eine Radgruppe aus Baska bis auf die Haut durchnäßt. Weiter geht unsere Tour, jetzt auf einer verkehrsarmen Nebenstraße, nach Dobrinj zur Mittagsrast in einer Konoba am Dorfplatz. Während unserer Einkehr ist der Sommer zurückgekehrt – die Rückfahrt, fast nur mehr bergab, ist eine feine Sache – wir finden uns spontan zu einer Gruppenaufnahme zusammen. Den Rest des Tages erkunden wir die Altstadt und das Hafengelände.
Unser letzter Inseltag – nochmals treten wir kräftig in die Pedale und fahren über Vrh nach Bajcici – von hier aus geht unsere Radstrecke auf schmalen Wegen durch Blumenwiesen bis an den Meeresstrand kurz vor Malinska. 

Eine letzte Einkehr in einem Hafencafe und schon geht´s an Deck unseres Schiffes. Nach dem Mittagessen an Bord schippert uns der Kapitän in eine geschützte Bucht, wo wir Gelegenheit zu einem ausgiebigen Badevergnügen mit Sprung von Bord nutzen, bevor er Kurs in den Hafen von Rijeka nimmt. Nachdem wir unsere Bordschulden beglichen haben holen wir die Fahrzeuge und verladen fachgerecht unsere Räder – ein bißchen Hektik kommt schon auf, liegt doch eine ganze Woche Entspannung hinter uns. Eine Gruppe nimmt noch die mehr als 500 Stufen hinauf zum Kastell Trsat in Kauf – eine guterhaltene Festungsanlage mit traumhaftem Blick auf Rijeka und die Halbinsel Istrien. Freitagnacht dürfte im Hafengelände “open end” sein – bis ins Morgengrauen können einige von uns ungewollt am lautstarken Sound mitnaschen – wir sind eben auf Reisen. 

Nach dem Frühstück verlassen wir zeitgerecht das Hafengelände und treten unsere Heimreise an. Beim Zwischenstop an der Raststätte Eisentratten nehmen wir Abschied von den acht “Schneegatterern” - alles in allem eine “runde Sache” – unser gemeinsamer Ausflug.
Meinen Aufzeichnungen zufolge sind wir an den sieben Tagen ungefähr 230 km geradelt und haben dabei in Summe ca. 2100 Hm erklommen – ohne Panne und Unfall !
Erfreulich ist der sehr gute Zustand des Schiffes und die Höflichkeit der Besatzung, die vorzügliche Küche und die kühlen Getränke. Nicht zuletzt die Kompetenz und Freundlichkeit der beiden Radguides Victor und Lea als Vermittler an Bord und Begleiter der geführten Radtouren.
Erwähnen möchte ich noch die Disziplin und den fairen, kameradschaftlichen Umgang in unserer Gruppe – einfach Naturfreunde auf Reisen.
Rad frei und Schiff ahoi
Kurt